Durchschnittlicher Promilleabbau

Wie viel Promille baut ein normaler Erwachsener ungefähr pro Stunde an Alkohol ab?

Ein Erwachsener baut pro Stunde ca. 0,1 bis 0,15 Promille Alkohol ab. Dieser Abbauprozess beginnt letztendlich mit dem Zeitpunkt, in dem der Alkohol in die Blutlaufbahn gelangt ist. Dies bedeutet für die Berechnung von Blutalkoholkonzentrationen und die Bewertung von Blutalkoholkonzentrationen Folgendes:

Angenommen, eine Person nimmt in Form eines Sturztrunkes schlagartig 1 Liter Wein zu sich, so würde dies zu einer Blutalkoholkonzentration von ca. 1,1 Promille führen. Der Abbauprozess würde beginnen, und der Betroffene würde nach ca. 11 Stunden wieder einen Promillewert von 0,0 aufweisen.

Ein Sturztrunk wird jedoch regelmäßig nicht vorliegen. In der Regel wird über einen längeren Zeitraum Alkohol konsumiert worden sein. Das bedeutet für Verkehrspsychologen, dass die Trinkmenge, die letztendlich zu der gemessenen Blutalkoholkonzentration geführt hat, höher gewesen sein muss als die rein rechnerische.

Da während einer längeren Trinkphase nicht nur Alkohol zu sich genommen, sondern auch schon vom Körper abgebaut wird, muss der Betroffene folglich deutlich mehr getrunken haben, um z. B. den Wert von 1,1 Promille überhaupt erreichen zu können. Wird ein Betroffener z. B. nach einer längeren Feier, die um 18.00 Uhr begonnen hat, gegen 24.00 Uhr von der Polizei mit einem Wert von 1,1 Promille angehalten, so deutet dies darauf hin, dass der Betroffene nicht etwa nur 1 Liter Wein getrunken hat. Der Betroffene, der ggf. bereits um 18.00 Uhr Alkohol zu sich genommen und über den Abend verteilt weiter getrunken hat, wird deutlich mehr Wein getrunken haben müssen, da bei dem Wert von 1,1 Promille bereits berücksichtigt werden muss, dass der Betroffene über den gesamten Zeitraum von 18.00 bis 24.00 Uhr bereits Alkohol abgebaut hat. Über den Abend verteilt wird er so z. B. 1,5 Liter Wein mehr getrunken haben müssen als einen Liter.

Es würde folglich einen Fehler darstellen, wenn Sie bei dem Untersuchungsgespräch mit dem Diplom-Psychologen nur die rechnerische Minimalmenge angeben, aber gleichzeitig zugeben, dass Sie den ganzen Abend über Alkohol getrunken haben. Dies würde dazu führen, dass der Diplom-Psychologe ggf. denkt, dass Sie die Trinkmenge ganz bewusst herunterspielen, um sich in einem besseren Licht dastehen zu lassen. Da jedoch der BAK-Wert feststeht, können Sie letztendlich ohne schlechtes Gewissen die tatsächlichen Trinkmengen angeben. Bei der oben beschriebenen Betrachtungsweise und Interpretation des Blutalkoholwertes wird man Ihnen sowieso regelmäßig vorwerfen können, dass Sie mehr getrunken haben, als Sie rein rechnerisch hätten trinken müssen.